Die normale Blutanomalie
Doping bei der Tour de France. Wer hätte das gedacht!
Dass im Radsport nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, hätte aufmerksamen Zeitungslesern allerdings schon im Frühjahr schwanen müssen. In einer Anzeige im Kreuzlinger Tagblatt erschien am 27. März dieses Jahres folgende Anzeige:
"Suche aufgeschlossenen Arzt mit Faible für Fremdblut. Gerne auch Testosteronpflaster. Hodensack vorhanden. Fühle mich müde in letzter Zeit. Glaube, das liegt am Wetter. Keine finanziellen Interessen. Diskretion garantiert. Bitte melden unter der Chiffre "Kloedi". Nur ernst gemeinte Anschriften!"
Hier ein paar Stimmen zum Fall Alexander Winokurow:
"Die Blutanomalie könnte Folge meines Sturzes sein", so die schlüssige Erklärung des Betroffenen selber, weil sich "danach eine große Menge Blut in meinen Beinen gesammelt hat, was zum positiven Test geführt hat"
Der sportliche Leiter des Astana Teams, Mario Kummer, soll gesagt haben: "Wir hatten immer viel Kummer mit dem Jungen, aber letztendlich ist er uns ans Herz gewachsen und wir sind froh, dass wir ihn durch den Sport von der Straße holen konnten und er nicht auf die schiefe Bahn geraten ist."
Winokurows alter Spritzgeselle Jan Ullrich schien Berichten zufolge leidlich enttäuscht zu sein: "Gerade von Wino hätte ich nicht gedacht, dass ein Sturz ihn so durcheinander bringt. Aber bei 198 Fahrern ist es normal, dass auch ein Pechvogel dabei ist."
"Wie ein Radrennfahrer zur Erbringung einer größtmöglichen Leistung auf zugespritztes Eigenblut nicht verzichten kann, so verhält es sich beim Schriftsteller in ähnlicher Weise mit Eigenlob. In meinem Fall ist es so, dass ich, selbst wenn ich nicht an einem Buch arbeite, vor Eigenlob stinke" (angeblich Günter Grass)
"Das größte Abendmahl, das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos. Dass Sportler im Vollführen einer großen Schleife etwas vollbringen, wovon wir in der Musik nur träumen könnten, dass Radfahrer monatelang zu Ärzten gehen, wie verrückt, total fanatisch für ein Rennen bei dem das eigene und fremde Blut eines neuen Bundes gleichsam in einem gigantischen Fluss die Adern der Jünger durchfließt, dagegen sind wir gar nichts als Komponisten. Manche Künstler versuchen doch auch über die Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen zu gehen, damit wir wach werden, damit wir uns für eine andere Welt öffnen." (eventuell Karlheinz Stockhausen)
Dass im Radsport nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, hätte aufmerksamen Zeitungslesern allerdings schon im Frühjahr schwanen müssen. In einer Anzeige im Kreuzlinger Tagblatt erschien am 27. März dieses Jahres folgende Anzeige:
"Suche aufgeschlossenen Arzt mit Faible für Fremdblut. Gerne auch Testosteronpflaster. Hodensack vorhanden. Fühle mich müde in letzter Zeit. Glaube, das liegt am Wetter. Keine finanziellen Interessen. Diskretion garantiert. Bitte melden unter der Chiffre "Kloedi". Nur ernst gemeinte Anschriften!"
Hier ein paar Stimmen zum Fall Alexander Winokurow:
"Die Blutanomalie könnte Folge meines Sturzes sein", so die schlüssige Erklärung des Betroffenen selber, weil sich "danach eine große Menge Blut in meinen Beinen gesammelt hat, was zum positiven Test geführt hat"
Der sportliche Leiter des Astana Teams, Mario Kummer, soll gesagt haben: "Wir hatten immer viel Kummer mit dem Jungen, aber letztendlich ist er uns ans Herz gewachsen und wir sind froh, dass wir ihn durch den Sport von der Straße holen konnten und er nicht auf die schiefe Bahn geraten ist."
Winokurows alter Spritzgeselle Jan Ullrich schien Berichten zufolge leidlich enttäuscht zu sein: "Gerade von Wino hätte ich nicht gedacht, dass ein Sturz ihn so durcheinander bringt. Aber bei 198 Fahrern ist es normal, dass auch ein Pechvogel dabei ist."
"Wie ein Radrennfahrer zur Erbringung einer größtmöglichen Leistung auf zugespritztes Eigenblut nicht verzichten kann, so verhält es sich beim Schriftsteller in ähnlicher Weise mit Eigenlob. In meinem Fall ist es so, dass ich, selbst wenn ich nicht an einem Buch arbeite, vor Eigenlob stinke" (angeblich Günter Grass)
"Das größte Abendmahl, das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos. Dass Sportler im Vollführen einer großen Schleife etwas vollbringen, wovon wir in der Musik nur träumen könnten, dass Radfahrer monatelang zu Ärzten gehen, wie verrückt, total fanatisch für ein Rennen bei dem das eigene und fremde Blut eines neuen Bundes gleichsam in einem gigantischen Fluss die Adern der Jünger durchfließt, dagegen sind wir gar nichts als Komponisten. Manche Künstler versuchen doch auch über die Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen zu gehen, damit wir wach werden, damit wir uns für eine andere Welt öffnen." (eventuell Karlheinz Stockhausen)
Weiteres unter... Was noch nicht in der Zeitung stand
mluettin - 25. Jul, 21:02
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