Was noch nicht in der Zeitung stand

Mittwoch, 25. Juli 2007

Die normale Blutanomalie

Doping bei der Tour de France. Wer hätte das gedacht!

Dass im Radsport nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, hätte aufmerksamen Zeitungslesern allerdings schon im Frühjahr schwanen müssen. In einer Anzeige im Kreuzlinger Tagblatt erschien am 27. März dieses Jahres folgende Anzeige:
"Suche aufgeschlossenen Arzt mit Faible für Fremdblut. Gerne auch Testosteronpflaster. Hodensack vorhanden. Fühle mich müde in letzter Zeit. Glaube, das liegt am Wetter. Keine finanziellen Interessen. Diskretion garantiert. Bitte melden unter der Chiffre "Kloedi". Nur ernst gemeinte Anschriften!"

Hier ein paar Stimmen zum Fall Alexander Winokurow:

"Die Blutanomalie könnte Folge meines Sturzes sein", so die schlüssige Erklärung des Betroffenen selber, weil sich "danach eine große Menge Blut in meinen Beinen gesammelt hat, was zum positiven Test geführt hat"

Der sportliche Leiter des Astana Teams, Mario Kummer, soll gesagt haben: "Wir hatten immer viel Kummer mit dem Jungen, aber letztendlich ist er uns ans Herz gewachsen und wir sind froh, dass wir ihn durch den Sport von der Straße holen konnten und er nicht auf die schiefe Bahn geraten ist."

Winokurows alter Spritzgeselle Jan Ullrich schien Berichten zufolge leidlich enttäuscht zu sein: "Gerade von Wino hätte ich nicht gedacht, dass ein Sturz ihn so durcheinander bringt. Aber bei 198 Fahrern ist es normal, dass auch ein Pechvogel dabei ist."

"Wie ein Radrennfahrer zur Erbringung einer größtmöglichen Leistung auf zugespritztes Eigenblut nicht verzichten kann, so verhält es sich beim Schriftsteller in ähnlicher Weise mit Eigenlob. In meinem Fall ist es so, dass ich, selbst wenn ich nicht an einem Buch arbeite, vor Eigenlob stinke" (angeblich Günter Grass)

"Das größte Abendmahl, das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos. Dass Sportler im Vollführen einer großen Schleife etwas vollbringen, wovon wir in der Musik nur träumen könnten, dass Radfahrer monatelang zu Ärzten gehen, wie verrückt, total fanatisch für ein Rennen bei dem das eigene und fremde Blut eines neuen Bundes gleichsam in einem gigantischen Fluss die Adern der Jünger durchfließt, dagegen sind wir gar nichts als Komponisten. Manche Künstler versuchen doch auch über die Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen zu gehen, damit wir wach werden, damit wir uns für eine andere Welt öffnen." (eventuell Karlheinz Stockhausen)

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Sonntag, 22. Juli 2007

Wenn's einer wissen muss...

Absurd, irr, durchgedreht? Für seine wirren Forderungen erhält Wolfgang Schäuble Unterstützung von berufener Stelle. Wladimir Putin, so wird berichtet, halte Schäuble keineswegs für einen giftigen Zwerg vielmehr sehe er in ihm einen lupenreinen Demokraten wie es nur wenige in Europa gäbe.

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Donnerstag, 5. Juli 2007

Wir werden Friedensnobelpreis

Barroso und Gorbatschow schlagen vor, Prodi unterstützt, Stoiber fordert, Merkel fände es auch ganz knorke und titanic weiß:

Helmut Kohl muss Nobelpreis werden


Er hat für den Weltfrieden in Mitterands Handinnenfläche rumgefingert.
Er hat für den Weltfrieden - und für Deutschland- nackt und schwitzend in der Sauna Boris Jelzin aber sowas von die völkerverbindende Meinung vor den Wanst geknallt.
Und er brannte wie ein Dornbusch für die Vereinigung Deutschlands und rührte höchstselbst eigene Kacke als Dünger für blühende Landschaften an.

Doch neben dem Staatsmann Helmut Kohl gab es auch immer den Menschen Helmut Kohl, der Tränen in den Augen hatte beim Hören der Nationalhymne am 03. November 1990 - und vergessen wir nicht die Tränen in seinen Augen beim Bruch der Männerfreundschaft mit Wolfgang Schäuble.
Erinnern wir uns, wie er großmütig, letztgültig und offenherzig bei Alfred Biolek über seine Gestaltung großer Politik im Allgemeinen und Helmut Kohl als Glücksfall für die Weltpolitik im Speziellen referierte und erinnern wir uns seiner tränendurchfeuchteten Augen beim großen Zapfenstreich zu seiner Verabschiedung als Bundeskanzler.

Helmut Kohl, Mensch, Staatsmann, Friedensputte.
Er war mehr als nur ein Kämpfer für die pazifistische Idee, auch Männer müssten sich ihrer Gefühle nicht schämen - vergessen wir nicht die Tränen in seinen Augen als Angela Merkel ihn anblaffte, nicht seine Belle de Jour zu sein.
So viel haben wir ihm zu verdanken, und nur mit einem Lied können wir der Größe seines Wirkens, dem Volumen seines Schaffens und seines Leibes die Anerkennung, die sie verdienen, zuteil werden lassen:

Danke für deine Kanzlerschaft....

Danke für diesen guten Morgen,
...

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Freitag, 13. April 2007

Wettervorhersage mit Kachelmann

Begriffe, die Kachelmann unbedingt verwenden muss: Tagesthemenwetter, Tagesthemen, Tagesthemenströmungsfilm, Wetter im Ersten -
der Rest ist blöd rumhampeln.

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Mittwoch, 11. April 2007

Friede, Freiheit und das Zusammenwachsen

Die Medienwelt wird ja immer unübersichtlicher. Wenn ich das richtig deute, hat die Bild Zeitung jetzt auch ihre Satire Seite. Evtl. täusche ich mich aber auch... Sehr schön ist, dass der "Osgar", wie es bei Bild heißt, für Menschen verliehen wird, "die sich für Frieden, Freiheit und das Zusammenwachsen Deutschlands verdient gemacht haben". Wie zum Beispiel Knut, die Rütli Schule, Oskar Lafontaine, Knut, Klinsmann, der Kampfhundeclub Hoyerswerda, Handballer, Knut, Schnauzträger und alle Bürgermeister Westdeutschlands, die nach der Wende Städtepartnerschaften mit unseren Brüderstädten im Osten eingegangen sind.
Aber die bekommen den Preis natürlich nicht.
Statt dessen Kai Pflaume... Aber auch verdiente Männer wie Bischof Desmond Tutu, der etwas verschmitzt grinst beim Anblick der phallischen Statue, die ihm gereicht wurde, und sich vorfreudig die Hände zu reiben scheint.
Die Dame links übrigens weiß augenscheinlich auch genau, wie das ganze gemeint ist.

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Montag, 5. Februar 2007

ich sehe was was alle sehn

Gewagt gefragt: Kann es sein, dass wir Weltmeister geworden sind?
Ich habe langsam den Eindruck, etwas sei vorgefallen. Etwas mit handkleinen Bällen und buschigen Schnäuzern.

Außerdem: Anne soll und wird - also Anne Will.

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Sonntag, 28. Januar 2007

Anmerkungen zu Bayern

Eigentlich sollte die gesamte bayerische Bevölkerung über den Vorsitzenden der CSU abstimmen. Das wäre ein versöhnliches Zeichen der Partei an die, die sie nicht wählen: Dass man sie auch ein klein wenig am Geschehen teilhaben lässt und ihre Stimme zumindest einmal eine Wirkung bezüglich der Machtverteilung haben könnte.

Immerhin wählten knapp 40 Prozent der bayerischen Wähler nicht die CSU. Wer sind sie und wen wählen sie?

Ich habe den Verdacht, die SPD, Grüne, FDP und Weiß-Gott- Was-Nicht-CSU-Wähler in Bayern stimmen nur aus einer Art grantelndem Hang zum Opponieren, aus Lust an Widerspruch und Quertreiberei nicht für die CSU. Sie können sich's ja leisten, ein bisschen mit der Außenseiterhaltung zu kokettieren; ernst meinen sie es nicht.
Und wenn mal durch einen Spaßvogel falsche Wahlprognosen veröffentlicht würden, die die CSU bei lediglich 45 % sähen, würden selbst Grün-Wähler, versprenkelte Linke, SPD-Genossen und was sonst noch so in der bayerischen Parteienlandschaft kreuchen und fleuchen mag, ihr Kreuzchen bei der CSU machen.

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Donnerstag, 4. Januar 2007

Fiese Tricks der Gebrauchsgüterindustrie

Geheime, suggestive Botschaften in Frischhaltedosendeckel eingearbeitet.

Manche meinen, Außerirdische dreschen Kreise in Kornfelder. Mag ja sein, aber noch beunruhigender ist, was jetzt schwedische Verbraucherschützer heraus gefunden haben.

Ein internationaler Ring aus Herstellern, Marketingstrategen und Psychologen versucht Verbraucher durch geheime, unter normalen Umständen bewusst nicht wahrnehmbare Botschaften zu indoktrinieren und zum verstärkten Kauf bestimmter Produkte zu bewegen.

Der Beweis:
Hier ein handelsüblicher Frischhaltedosendeckel bei normalem Licht betrachtet:

dsc00948

Und hier derselbe Deckel bei Gegenlicht:

dsc00946

Diese, auf den ersten Blick harmlos erscheinenden Muster, so Prof. Ludvig Lindbergen von der Universität Örebro, prägen sich gerade bei nicht bewusster Wahrnehmung ins Unterbewusstsein des Wahrnehmenden ein und verursachen eine nicht zu steuernde ( da nicht bewusst wahrgenommene) Abhängigkeit in Bezug auf den Träger des Musters. Das mit der Sucht einhergehende Unwohlsein kann nur behoben werden durch Anhäufung weiterer Gegenstände, die solche Muster enthalten. Eine Anhäufung solcher Gegenstände jedoch verstärke die Sucht. "Ein Teufelskreis", so Björn Lund vom schwedischen Vebraucherschutzbund.

Der Betroffene weiß in der Regel nicht, was, warum und wieso er das tut was er tut. So ist der Fall einer Hausfrau bekannt geworden, deren Mann, nach einer Woche Montage am Öresund ins heimische Uppsala zurückkehrend, seine Frau in verwahrlostem Zustand zwischen Bergen aufgeschichteter Frischaltedosen auf dem Küchenboden liegend auffand. An ihre linke Backe hielt sie einen Plastikdeckel gepresst.

So weit muss es nicht kommen. Falls Sie sich selber dabei ertappen, wie Sie einen verdächtigen Deckel länger als schicklich betrachten, vielleicht gar das Verlangen haben, ihn an die Lippen zu führen, sollten Sie sich an ihre Verbraucherschutzzentrale vor Ort wenden oder eine psychologische Beratungsstelle aufsuchen.

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Montag, 11. Dezember 2006

Was noch nicht in der Zeitung stand

Immer weniger SMS. Grund: Aufmerksamkeits-Defizit / Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) bei jugendlichen Handybenutzern. Schon jeder siebte Jugendliche kann eine einfache SMS nicht mehr in einem Rutsch durchlesen. Schreiben ist fast gar nicht mehr möglich. Die Kurzmitteilung der Zukunft, so Experten, bestehe aus einem Bild und maximal einem sich irgendwie darauf beziehenden einsilbigen Lautwort. (PS: Für alle, die beim Lesen dieser Nachricht abgelenkt wurden, sei es durch Handy, eMail, Fernsehprogramm oder Nase popeln und die es dennoch bis hierher geschafft haben, nun aber rätseln, wie alles anfing: Das erste Wort dieses Berichts ist "immer". Den Rest bitte selber nochmal lesen).

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