Gedichte

Dienstag, 14. August 2007

nur mal so

an krücken geh ich
den abgrund seh ich
die leber nähr ich
das bin ungefähr ich

über steine hüpf ich
das schwere lüpf ich
den darm entleer ich
das bin ungefähr ich

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Freitag, 20. Juli 2007

Frei nach Johann Wolfgang von Goethe

Elegie

Und wenn der Mensch in seiner Qual erstarrt
Gab mir ein Gott zu schlucken, was ich trinke.

Was soll ich nun vom nächsten Öffnen hoffen,
Von dieser Flasche noch geschlossnem Munde?
Das Paradies, die Hölle steht dir offen;
Wie wankelsinnig regt sich's im Schlunde!-
Kein Zweifeln mehr! Es schmeckt nach Himmelsbräu,
Mit seiner Würze wird dir alles neu.

So warst du denn im Paradies empfangen,
Als wärst du wert des ewig schönen Lebens;
Dir blieb kein Wunsch, kein Hoffen, kein Verlangen,
Hier war das Ziel des innigsten Bestrebens,
Und in dem Trinken dieser frischen Kühle
Versiegte gleich der Quell sehnsüchtiger Gefühle.

Zum Original bitte hier entlang

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Sonntag, 1. Juli 2007

Das Lied der Kobolde vor dem Schlafengehen

wir pichelten und pickerten
und stichelten und fickerten
wir spachteten und frotzelten
und spateten und fotzelten
wir nuschelten und schleckerten
und muschelten und leckerten
wir ergrauten und verschimmelten
verhauten und verpimmelten
bis zum überdruss -
und jetzt ist schluss.

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Donnerstag, 21. Juni 2007

documenta 12: Das Lied vom Turme Template

Ein Unwetter ließ den zwölf Meter hohen Turm Template des chinesischen Künstlers Ai Weiwei einstürzen. Spontane Reaktion des Künstlers: Der Turm sei jetzt "besser als vorher" und "der Preis hat sich soeben verdoppelt".

Das Lied vom Turme Template

"Ui ui ui", sprach der Künstler Ai Weiwei
Als er sein Kunstwerk bersten sah
Und strich bedächtig seinen Künstlerbart,
Wie ein Künstler im Gesicht ihn stehen hat.

Und Sturm und Aufruhr hinter seiner breiten Stirn
Tobten im fernöstlichen Gehirn
Doch ewig und im Kreis verläuft die Zeit
Was ist das wird das war und keine Ewigkeit

Und in des Künstlerhirnes grinden Brei
Des weisen Künstlers Ai Weiwei
Macht Ruhe und Gelassenheit
Mit Gleichmut schnell sich wieder breit

Durch schmalgeschlitzten Augenraum
Sieht er den Turm sich neu aufbaun
Schöner noch im Horizontalen
Er nimmt's wie's kommt, sintemalen

Die Klugheit vieler Väter-Generationen,
Die in solch einem Künstlerhirne wohnen,
Ist mit Tüchtigkeit gekoppelt:
Soeben hat sich der Preis verdoppelt.
---

"Oi oi oi", sagte Merethe Schmuh,
Vom Johnny Schmuh die Fruw,
Als sie des Turmes Trümmer sah.
"Der is ja net bloß schiehief, der is geborsten gar."
"Des g'hört so", sagte naseweis ihr wackrer Mann,
Den einen Kunstkenner getrost man nennen kann.

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Freitag, 2. Februar 2007

Ode an den Magic Windfighter®

Als Werbegeschenk einen Regenschirm geschenkt bekommen. Einen Regenschirm? Mitnichten! Viel mehr als das. Einen Magic Windfighter®. Nun könnte ich mich natürlich über solch einen lächerlichen Namen lustig machen, schließlich gibt es Menschen, die über weit harmlosere Namen lachen, wie Walburga, Trautlinde oder Kevin, doch die Kraft und Standhaftigkeit des Magic Windfighters haben mich überzeugt und so habe ich dem Magic Windfighter ein Gedicht gewidmet:

Ode an den Magic Windfighter®

Groß ist deiner Spanne Weite
Deiner Arme Stärke lässt Herkules zurück im Neid
Stolz streckt dein dunkles Blau trübem Himmel sich entgegen
Unerschrocken, mannhaft und ganz dicht

Doch bedurft es nur eines sanften Drückens
Meines Daumens ins Weiche deines Schafts
Deine Pracht mit einem Rucke zu entfalten
Mich zu schützen vor des Unwetters Schrecklichkeit

Peitschender Regen und des Windes wütendes Tosen
Bedrängen dich mit zerstörungswütiger Kraft
Doch du lachst und den Göttern
Zeigst du gottgleich dich

Wer halten darf in seinen Händen dich
Den lässt du nicht im Regen stehn
Du ringst mit dem Orkan
Und stets trägst du den Sieg davon

Wer dich gebaut, dem sei ein Lob
Wer dir den Namen gab, nennt weise sich
Wer dich besitzt, weiß glücklich sich
Die Nässe kränzt sein Haupthaar nicht

Zu Hause in der guten Stube
Zeigst fügig du dich noch einmal
Durch sanften Druck ins Weiche deines Schafts
Faltest ins handliche Format du dich zurück.

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Sonntag, 31. Dezember 2006

Jahresendrapp

So, jetzt ist die Weihnachtspause vorbei und es wird wieder gebloggt. - Hoffe ich zumindest, denn gerade jetzt blockt mein Gehirn ziemlich. Und dazu ein Rapp:
Wer bloggt da, wer rockt da, wer stoppt da, wenn die Ampel rot ist, geh, wir werdn uns wieder sehn, wo die räder drehn, die tage vergehn, wirst du verstehn dass alle Deppen hin und wieder rappen von Oldenburg bis Meppen, von Schweinfurth bis Frankfurt, von Kiel bis an den Bodensee, von Itzehoe bis Schwedt, von Januar bis Dezember i will always remember wie es war, wie es wird, das ganze Jahr bis es nächstes Jahr wieder friert im Dezember, im Januar, Februar oder März, das ist kein Scherz, man weiß nie, wann's passiert, drum pass auf und gib acht, hell ist der Tag und dunkel die Nacht, tiefer als gedacht, das ist von Nietzsche und nicht von Dittsche aber jetzt ist genug mit verkorkstem Betrug, ich geh lieber schlafen, träume von Affen, die blöd rumgaffen, mich anlachen, ich lache zurück, träume ein Stück weiter, bis nächtes Jahr, munter und heiter und in diesem Sinne - höre ich auf weil ich dann - von vorn beginne.

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Montag, 16. Oktober 2006

Kälte Blues

Ich zitter und ich friere
Es ist so kalt in diesem Haus
Früher fand ich's ganz ok
Aber jetzt zieh ich aus

Draussen ist's noch kälter
Was 'ne Schweinerei
Ich gehe wieder heim
Der Sommer ist vorbei

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so gehts auch

Ich bin dem Vater sein Sohn
und der Mutter ihr Kind
freitags ess ich Fisch,
ansonsten gerne Rind

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