Dienstag, 14. August 2007

nur mal so

an krücken geh ich
den abgrund seh ich
die leber nähr ich
das bin ungefähr ich

über steine hüpf ich
das schwere lüpf ich
den darm entleer ich
das bin ungefähr ich

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Donnerstag, 2. August 2007

Stand der Dinge / Einstimmung auf die Saison

Heute einen wunderbaren Satz in der Süddeutschen Zeitung gelesen. Für mich ist das der Satz des Tages:

"Der Fußball drängt mit Macht zurück ins öffentliche Bewusstsein"

Und das ist auch gut so, möchte ich anmerken.

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Mittwoch, 25. Juli 2007

Die normale Blutanomalie

Doping bei der Tour de France. Wer hätte das gedacht!

Dass im Radsport nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, hätte aufmerksamen Zeitungslesern allerdings schon im Frühjahr schwanen müssen. In einer Anzeige im Kreuzlinger Tagblatt erschien am 27. März dieses Jahres folgende Anzeige:
"Suche aufgeschlossenen Arzt mit Faible für Fremdblut. Gerne auch Testosteronpflaster. Hodensack vorhanden. Fühle mich müde in letzter Zeit. Glaube, das liegt am Wetter. Keine finanziellen Interessen. Diskretion garantiert. Bitte melden unter der Chiffre "Kloedi". Nur ernst gemeinte Anschriften!"

Hier ein paar Stimmen zum Fall Alexander Winokurow:

"Die Blutanomalie könnte Folge meines Sturzes sein", so die schlüssige Erklärung des Betroffenen selber, weil sich "danach eine große Menge Blut in meinen Beinen gesammelt hat, was zum positiven Test geführt hat"

Der sportliche Leiter des Astana Teams, Mario Kummer, soll gesagt haben: "Wir hatten immer viel Kummer mit dem Jungen, aber letztendlich ist er uns ans Herz gewachsen und wir sind froh, dass wir ihn durch den Sport von der Straße holen konnten und er nicht auf die schiefe Bahn geraten ist."

Winokurows alter Spritzgeselle Jan Ullrich schien Berichten zufolge leidlich enttäuscht zu sein: "Gerade von Wino hätte ich nicht gedacht, dass ein Sturz ihn so durcheinander bringt. Aber bei 198 Fahrern ist es normal, dass auch ein Pechvogel dabei ist."

"Wie ein Radrennfahrer zur Erbringung einer größtmöglichen Leistung auf zugespritztes Eigenblut nicht verzichten kann, so verhält es sich beim Schriftsteller in ähnlicher Weise mit Eigenlob. In meinem Fall ist es so, dass ich, selbst wenn ich nicht an einem Buch arbeite, vor Eigenlob stinke" (angeblich Günter Grass)

"Das größte Abendmahl, das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos. Dass Sportler im Vollführen einer großen Schleife etwas vollbringen, wovon wir in der Musik nur träumen könnten, dass Radfahrer monatelang zu Ärzten gehen, wie verrückt, total fanatisch für ein Rennen bei dem das eigene und fremde Blut eines neuen Bundes gleichsam in einem gigantischen Fluss die Adern der Jünger durchfließt, dagegen sind wir gar nichts als Komponisten. Manche Künstler versuchen doch auch über die Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen zu gehen, damit wir wach werden, damit wir uns für eine andere Welt öffnen." (eventuell Karlheinz Stockhausen)

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Sonntag, 22. Juli 2007

Wenn's einer wissen muss...

Absurd, irr, durchgedreht? Für seine wirren Forderungen erhält Wolfgang Schäuble Unterstützung von berufener Stelle. Wladimir Putin, so wird berichtet, halte Schäuble keineswegs für einen giftigen Zwerg vielmehr sehe er in ihm einen lupenreinen Demokraten wie es nur wenige in Europa gäbe.

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Freitag, 20. Juli 2007

Frei nach Johann Wolfgang von Goethe

Elegie

Und wenn der Mensch in seiner Qual erstarrt
Gab mir ein Gott zu schlucken, was ich trinke.

Was soll ich nun vom nächsten Öffnen hoffen,
Von dieser Flasche noch geschlossnem Munde?
Das Paradies, die Hölle steht dir offen;
Wie wankelsinnig regt sich's im Schlunde!-
Kein Zweifeln mehr! Es schmeckt nach Himmelsbräu,
Mit seiner Würze wird dir alles neu.

So warst du denn im Paradies empfangen,
Als wärst du wert des ewig schönen Lebens;
Dir blieb kein Wunsch, kein Hoffen, kein Verlangen,
Hier war das Ziel des innigsten Bestrebens,
Und in dem Trinken dieser frischen Kühle
Versiegte gleich der Quell sehnsüchtiger Gefühle.

Zum Original bitte hier entlang

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Freitag, 13. Juli 2007

Rätsel

Obwohl ich ja sonst nicht viel trinke: Jetzt, nach dem letzten Feierabend dieser anstrengenden Woche bekommt der Ausdruck vom sinnlosen Betrinken seinen verführerischen Sinn wieder.

Und jetzt das Rätsel: Welche der oben getroffenen Aussagen trifft nicht zu?

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Freitag, 6. Juli 2007

Sprachkurs, multilingual II. Für Anfänger und Vegetarier

Urlaubszeit - fremde Länder, andre Sitten, komische Menschen, absurde Sprachen.
Das muss nicht sein. Lerne, den anderen zu verstehen, lerne ihn kennen, beherrsche seine Sprache - mit meinblogwalters Schnellsprachkurs nach der revolutionären rückwärts-les'-und-lern'-Methode in zwei Lektionen.

2. Lektion: Endgültige Vokabeln

-drawa: serbischer Anglizismus für Preis, Auszeichnung
-tarkotsira: alttranssylvanisch für Blutsauger
-dracula: rumänisch, flappsiger Ausdruck für EC-Karte
-talasnekuar: zypriotische Salatspezialiät
-talasnebür: türkische Salatspezialität
-talasalocur: griechische Salatspezialität
-ffluw: plattdeutscher Ausdruck für lasch, dröge (aber in der Sache hart)
-ittö: schwäbisch-alemannischer Diminutiv für Vollbachel
-egüzmu: türkischer Ausdruck, bedeutet soviel wie: Heute hier, morgen dort - bin kaum da, muss ich fort.

(Noch ein kleiner Tipp für Insider: Sollte irgendwo das Wort Bier nicht verstanden werden, hilft die Geste mit dem Zapfhahn - außer in Albanien, dort bedeutet diese Geste: "Ich zieh' dir an den Haare und reiß dir den Eier ab!")

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Donnerstag, 5. Juli 2007

Wir werden Friedensnobelpreis

Barroso und Gorbatschow schlagen vor, Prodi unterstützt, Stoiber fordert, Merkel fände es auch ganz knorke und titanic weiß:

Helmut Kohl muss Nobelpreis werden


Er hat für den Weltfrieden in Mitterands Handinnenfläche rumgefingert.
Er hat für den Weltfrieden - und für Deutschland- nackt und schwitzend in der Sauna Boris Jelzin aber sowas von die völkerverbindende Meinung vor den Wanst geknallt.
Und er brannte wie ein Dornbusch für die Vereinigung Deutschlands und rührte höchstselbst eigene Kacke als Dünger für blühende Landschaften an.

Doch neben dem Staatsmann Helmut Kohl gab es auch immer den Menschen Helmut Kohl, der Tränen in den Augen hatte beim Hören der Nationalhymne am 03. November 1990 - und vergessen wir nicht die Tränen in seinen Augen beim Bruch der Männerfreundschaft mit Wolfgang Schäuble.
Erinnern wir uns, wie er großmütig, letztgültig und offenherzig bei Alfred Biolek über seine Gestaltung großer Politik im Allgemeinen und Helmut Kohl als Glücksfall für die Weltpolitik im Speziellen referierte und erinnern wir uns seiner tränendurchfeuchteten Augen beim großen Zapfenstreich zu seiner Verabschiedung als Bundeskanzler.

Helmut Kohl, Mensch, Staatsmann, Friedensputte.
Er war mehr als nur ein Kämpfer für die pazifistische Idee, auch Männer müssten sich ihrer Gefühle nicht schämen - vergessen wir nicht die Tränen in seinen Augen als Angela Merkel ihn anblaffte, nicht seine Belle de Jour zu sein.
So viel haben wir ihm zu verdanken, und nur mit einem Lied können wir der Größe seines Wirkens, dem Volumen seines Schaffens und seines Leibes die Anerkennung, die sie verdienen, zuteil werden lassen:

Danke für deine Kanzlerschaft....

Danke für diesen guten Morgen,
...

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